Eine Geschichte mit Bart

30. Mai 2011

Am 14. April 1912 wurde die Jungfernfahrt der RMS Titanic durch einen Eisberg vorzeitig beendet. Mehrere Tausend Menschen kamen dabei ums Leben, und zwar deshalb, weil die Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend gewesen waren. Jeder kennt die Geschichte der Titanic, die in erster Linie ein Lehrstück vom Hochmut der Technik ist.
Diese Geschichte ist Teil des kollektiven Gedächtnisses und hält bei jeder Gelegenheit als schlechtes Beispiel her. Selbst ein Kind versteht, dass es nicht gutgehen konnte, einfach gegen einen Eisberg zu fahren, und darf sich über soviel Dummheit wundern. Tja, damals waren die Menschen eben noch ahnungslos, trugen seltsame Bärte und meinten, sie könnten jede Naturgewalt beherrschen. Diese Blödmänner.

„… a nuclear power accident could never occur in technologically advanced Japan.“

Abgesehen von den Bärten hat sich glaube ich nicht viel verändert…

(via Fefe)


Ewige Kernkraft!

6. April 2011

Seit die Reaktorblöcke in Fukushima vor sich hin brutzeln, gibt es endlich wieder eine breite Atomdebatte in Deutschland. Darüber alleine kann man sich schon wundern… Sind unsere Atomkraftwerke durch das Erdbeben in Japan irgendwie gefährlicher geworden als vorher? Nein, sie sind noch haargenauso todbringend wie zuvor.

Als Kernkraftgegner muss man sich ja immer allerhand vorhalten lassen von den Befürwortern. Der beliebteste Vorwurf ist anscheinend, man sei irrational. Nun, natürlich frage ich mich andersherum, inwiefern es rational sein soll, wenn man sich eine Höllenmaschine in den Vorgarten stellt, die falls sie tatsächlich mal hochgehen sollte, nicht nur das eigene Grundstück in die Luft jagt, sondern gleich die halbe Stadt dem Erdboden gleichmacht. Aber das ist bestimmt kleinlich jetzt.

Was ich dennoch vollkommen seltsam finde, ist, dass es aus den Kreisen der Wirtschaft so wenig Widerstand gegen die Nutzung von Kernkraft gibt. Daran, dass das Gemeinwohl hinter den wirtschaftlichen Interessen zurücktritt, hat man sich ja schon gewöhnt. Aber berührt die Kernkraft nicht auch die Wirtschaft? Sollte wirklich in Mitteleuropa ein AKW platzen, würde das auch unzählige wirtschaftliche Existenzen zerstören (und den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig gefährden). Daran können doch neben den natürlichen auch juristische Personen kein Interesse haben.