Arbeitsplätze durch Kündigung

27. August 2009

„In der deutschen Wirtschaft werden immer mehr Forderungen nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes laut. Die starren Regeln seien ein wesentliches Hemmnis für die Neueinstellung von Mitarbeitern, erklärte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.“

Soso. Und ich dachte immer, der Kündigungsschutz sei ein wesentliches Hemmnis für den Rauswurf von Mitarbeitern.


Ergebnisoffene Systeme

10. Juli 2009

Der Bundesrat hat heute das Gesetz zur Sperrung von Internetseiten abgenickt. Und damit uns nicht bange wird, erklärt uns Heinrich Wefing von der Zeit, dass das alles gar nicht so schlimm ist, wie die Kritiker der Internetsperren immer behaupten. Wir leben hier in der Bundesrepublik schließlich in einem „offenen System“. Und das stimmt, da gebe ich ihm sogar recht. Die Bundesrepublik ist ein „offenes System“, und zwar noch genau bis zum 1. August. Dann tritt das Gesetz in Kraft.

Na gut, wollen wir mal nicht so griesgrämig sein. Die Befugnisse sind ja beim BKA auch gut aufgehoben: „Das Bundeskriminalamt geht von «einigen 1000 Domains» aus, die zu sperren sind. Bis zu 200 neue Seiten würden schätzungsweise pro Woche dazukommen.“ Da bin ich doch beruhigt, dass die sich da endlich drum kümmern. Die beim BKA haben da eben auch die richtigen Leute für.


PiPa(Ki)Po

8. Juli 2009

Folgender Satz wurde tatsächlich von einem Menschen gesagt: „Wir können es doch als Gesellschaft nicht hinnehmen, das – so wie es die Piratenpartei fordert- Jugendliche und Erwachsene ungehindert Zugang zu Kinderpornos im Internet haben können, nur weil diese vom Ausland aus angeboten werden.“

Dieser Mensch nennt sich Sascha Raabe (SPD). Da müssen wir aber ma echt aufpassen, dass diese Piraten nich in den Bundestach kommen. Sonst wird am Ende noch Kinderporno kucken zur Pflicht.

Ich weiss, damit macht man keine Scherze, aber der hat angefangen…

(via)


Piraten!

8. Juli 2009

Sicherlich denke ich beim Wort „Piraten“ auch zuerst an „Fluch der Karibik“ oder „Pippi Langstrumpf“ oder so etwas. Und sicherlich ist es auch vollkommen kleinkariert, an dem Namen der „Piratenpartei“ herumzukritisieren. Und ja klar, ist der Name griffig und leicht zu merken.

Aber trotzdem mag ich den Namen nicht. Ich möchte kein „Pirat“ sein. „Piraten“ sind Gesetzlose. Und irgendwie finde ich den Namen auch albern. Damit kann man zwar prima alte Omas erschrecken, aber aus dem Alter bin ich jetzt auch schon lange raus.

Im Ursprung entstand der Name der schwedischen Piratenpartei, abgesehen von der Verbindung zu thepiratebay.org, doch vor allem aus der Zuschreibung durch die Etablierten, d.h. die Musikindustrie, die Politiker, die Presse. Nach dem Motto: „Wenn ihr uns Piraten nennt, dann nennen wir uns auch so.“ Aber hier in Deutschland gibt es diese Tradition einfach nicht wie in Schweden.

Aber das wichtige ist: Es geht dieser Partei entgegen aller Darstellungen eben nicht ums Randalieren, sie repräsentiert keine extremistische Weltanschauung. Sie ist im Moment die einzige Partei mit genügend Kompetenz in Sachen Neue Medien und ausreichend Feingefühl für Bürgerrechte.

Ich weiss nicht, was daran verbrecherisch sein soll.

Wie kam ich überhaupt drauf? Ach ja, der NSFW-Podcast Episode 3!


Kilo, wat?!

7. Juli 2009

Wieder mal so eine beiläufige Heise-Meldung: Kernkraftwerksrückbau für Milliarden.

Halten wir mal fest:

  • Ein AKW zu bauen kostet Milliarden.
  • Ein AKW zu betreiben kostet Millionen.
  • Wenn das AKW in die Luft fliegt, kostet es sogar Billionen.
  • Den Müll zu lagern kostet Millionen und dauert tausende Jahre.
  • Ein AKW stillzulegen kostet Milliarden.
  • Die Lobbyarbeit kostet Millionen.

Kann mir das jetzt mal bitte jemand auf die Kilowattstunde umrechnen?!


Sommerloch

7. Juli 2009

Das Familienministerium stampft mit dem Fuss auf und bleibt bei seinen Auffassungen zum Thema Kinderpornographie. In meinen Augen ist das alles Propaganda.

Der Duden sagt: „Pro|pa|gan|da […] 1. systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o.ä. Ideen u. Meinungen [mit massiven (publizistischen) Mitteln] mit dem Ziel, das allgemeine [politische] Bewusstsein in bestimmter Weise zu beinflussen. […]“

Ich würde dem noch hinzufügen: „auf Un- und Halbwahrheiten basierende, systematische Verbreitung politischer…“

Ich erwische mich auch immer noch wieder dabei, dass ich denke: „… die haben doch gar keine Argumente!“ oder „… das stimmt doch alles gar nicht, was die erzählen!“ oder „… können die das denn nicht einsehen?“

Aber es geht eben nicht um Diskurs oder darum, wer die plausibleren Argumente hat. Es geht ja nicht mal mehr darum, was die Umfragen sagen. Und wozu braucht man denn noch ein Parlament, wenn da sowieso keiner mehr redet?

Das ist unser Land. Ihr dürft das nur regieren, weil wir dachten, dass Ihr das besser könnt als wir, weil Ihr da mehr von versteht. Und Ihr könntet das auch, wenn Ihr nur wolltet, aber Ihr wollt ja nicht…


Pi/rat/los

22. Juni 2009

Gerade noch rechtzeitig bei Fefe mitbekommen, dass auf Phoenix die Piratenpartei bei „Unter den Linden“ zu Gast ist. Zur Qualität der Diskussion brauche ich hier glaube ich nix zu sagen, da werden Äppel mit Birnen zu einem homogenen Brei püriert, bis die Schwarte kracht.

Von der Piratenpartei war der Vorsitzende Dirk Hillbrecht da, von der CDU Rupert Scholz, der ist nun auch schon 72, gilt aber wahrscheinlich als deren Experte für neue Medien. Ich lach mich tot. Der Hillbrecht hat sich eigentlich gar nicht so schlecht geschlagen, aber wenn man vom Moderator ständig unterbrochen wird und der einen behandelt, als wäre man jemand von der NPD, dann ist es eben fast unmöglich die doch leider etwas komplexeren Argumente rüberzubringen. Seit wann haben Argumente überhaupt etwas in einer politischen Diskussion verloren? Naja. Da prallen eben Generationen aufeinander.

Traurig aber wahr. Wir müssen uns alle mit dem Gedanken abfinden: Wir werden in 40 Jahren genauso vor der Generation unser Kinder sitzen und geistig genauso immobil sein wie die beiden Nixblicker da vorhin. Hoffentlich sind wir dann etwas höflicher und lassen die Kinder wenigstens ausreden. Ganz großartig wäre aber, wenn wir am Ende zugeben könnten, dass wir trotz all der Mühe, die wir uns die ganzen Jahre gegeben haben, das Thema doch immer noch nicht restlos verstehen…