Pi/rat/los

22. Juni 2009

Gerade noch rechtzeitig bei Fefe mitbekommen, dass auf Phoenix die Piratenpartei bei „Unter den Linden“ zu Gast ist. Zur Qualität der Diskussion brauche ich hier glaube ich nix zu sagen, da werden Äppel mit Birnen zu einem homogenen Brei püriert, bis die Schwarte kracht.

Von der Piratenpartei war der Vorsitzende Dirk Hillbrecht da, von der CDU Rupert Scholz, der ist nun auch schon 72, gilt aber wahrscheinlich als deren Experte für neue Medien. Ich lach mich tot. Der Hillbrecht hat sich eigentlich gar nicht so schlecht geschlagen, aber wenn man vom Moderator ständig unterbrochen wird und der einen behandelt, als wäre man jemand von der NPD, dann ist es eben fast unmöglich die doch leider etwas komplexeren Argumente rüberzubringen. Seit wann haben Argumente überhaupt etwas in einer politischen Diskussion verloren? Naja. Da prallen eben Generationen aufeinander.

Traurig aber wahr. Wir müssen uns alle mit dem Gedanken abfinden: Wir werden in 40 Jahren genauso vor der Generation unser Kinder sitzen und geistig genauso immobil sein wie die beiden Nixblicker da vorhin. Hoffentlich sind wir dann etwas höflicher und lassen die Kinder wenigstens ausreden. Ganz großartig wäre aber, wenn wir am Ende zugeben könnten, dass wir trotz all der Mühe, die wir uns die ganzen Jahre gegeben haben, das Thema doch immer noch nicht restlos verstehen…

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Die Doofen sehen alle aus, als ob sie Emma hiessen…

21. Juni 2009

Jetzt haben wir es schriftlich: Die Regierung und die Parteien in diesem Land verstehen uns nicht und wollen uns nicht verstehen. Das Internet macht ihnen Angst und dient ihres Wissens allenfalls dazu, etwas bei Amazon zu kaufen oder bei Ebay zu ersteigern. Dass man mit dem Internet auch vollkommen andere Sachen machen kann und dass es sogar Leute gibt, die ganz andere Sachen damit tun, haben sie nicht im geringsten auf der Rechnung.

Nur so kann man sich als netzaffiner User Machwerke wie diesen Emma-Artikel erklären, der wirklich sehr gut die Geisteshaltung von Menschen widerspiegelt, die einerseits die Moral auf ihrer Seite wissen und sich zu Recht im Recht fühlen, andererseits aus dieser Überlegenheit jedoch schlussfolgern, dass man über ein solches Thema nicht einmal ansatzweise diskutieren müsse. Denn mit Leuten, die das Thema Kindesmissbrauch locker sähen, müsse man sich nicht an den gleichen Tisch setzen.

Das ist nun der kleine Triumph der netzfernen Schichten, in einer Diskussion über das Internet endlich mal eine starke Meinung vertreten zu können. Normalerweise sind diese Themen ja doch viel zu technisch, als dass man da wirklich selbstsicher mitreden könnte. Aber hier könne es ja schliesslich keine zwei Meinungen geben.

Dass die Autorin des Emma-Artikels sich dann aber im Rausch ihrer eigenen Herrlichkeit zu Aussagen versteigt wie: „Auf CCC-Mitglieder, die ihre Computerkenntnisse nutzen, um Anbietern von Kinderpornos das Handwerk zu legen, wartet man dagegen vergebens.“ oder: „Dürfen wir demnächst mit einer Petition von Franziska Heine, der ‚Jeanne d’Arc des Internets‘, für eine Aufstockung der  finanziellen und personellen Mittel des BKA zur Verfolgung von Kinderpornografie rechnen?“

Schäme Dich, Emma! Das ist wirklich zum Kotzen!