Krieg und Frieden

19. Dezember 2006

Vor einigen Wochen habe ich mir die russische Romanverfilmung von Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ auf DVD gekauft, angesehen und war begeistert. Ein Mammutwerk aus den Sechzigern mit insgesamt über 6 1/2 Stunden aufgeteilt in vier Teile. Sieben Jahre Drehzeit. Zehntausende Rotarmisten als Statisten für die Quadratkilometer großen Schlachtenszenen. Expressive Bilder. Traumwandlerische Aufnahmen. Bildschöne Innenszenen mit realistischer sparsamer Ausleuchtung. Zerlumpte Soldaten in Schlamm und Dreck. Angeblich der teuerste Film aller Zeiten. Ach ja…

Dann stolperte ich am Sonntag auf arte über die amerikanische Verfilmung von 1956. Argh! Die üblichen amerikanischen Schauspielervisagen, die in Musical-Manier und quietschfarbenen Kostümen aus dem Fundus durch plumpe Studiokulissen stolpern. Was für eine anmaßende, lieblose Scheisse.

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19. Dezember 2006

Die Netzeitung berichtet über Pläne der Bundesregierung, im Kampf gegen den Terrorismus künftig auch Flugroboter einzusetzen. Diese müssen zwar noch entwickelt werden, sollen aber dann auffälliges Verhalten von Menschenansammlungen erkennen können.

Frage: Sollen die Roboter nun gegen den Terrorismus oder gegen Menschenansammlungen eingesetzt werden? Für mich besteht da schon immer noch ein Unterschied. Bislang war das Terrorszenario immer die kleine Verschwörergruppe, die Anschläge auf Menschen, Gebäude oder Infrastruktur durchführt. Menschenansammlungen hingegen bringe ich eher mit z.B. Demonstrationen in Verbindung. Die Bundesregierung führt den Kampf gegen den Terror ja, um das Volk zu schützen — Menschenansammlungen bzw. Demos bedrohen, wenn überhaupt, doch wohl eher die Bundesregierung.


In schlechter Verfassung

2. Dezember 2006

Vollkommen unmotiviert – so scheint es – gab Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm heute ein Statement ab, in dem er kundtat, dass er im Kampf gegen den Terrorismus™ auch Informationen nutzen würde, die möglicherweise durch Folter, bzw. nicht nach rechtstaatlichen Grundsätzen erlangt worden seien. Frage: Wie kann jemand, dessen Aufgabe es ist, die Verfassung zu schützen, dies mit Mitteln tun, die laut der Verfassung verboten sind? Das ist paradox, und so jemand sollte sofort seines Amtes enthoben werden. Aber naja, dass das nun gerade zufällig Verfassungsschutz heißt – ist doch eigentlich auch nur ein gewöhnlicher Geheimdienst, und denen ist bekanntlich kein Mittel zu schäbig.